Christina Sweeney-Beard – Die andere Hälfte der Welt

Weißt du, du bist nicht nur wichtig, wenn die Welt dich in Erinnerung behält. Wir wurden von den Menschen geliebt, die wir geliebt haben. Das kann nicht jeder von sich sagen.

S. 483.

Es ist das Jahr 2025 als die Ärztin Amanda Maclean im schottischen Glasgow Patient null behandelt. Im Moment seines Todes ist ihr noch nicht bewusst, was da auf sie und die ganze Welt zurollt, aber als innerhalb kürzester Zeit mehrere Männer auf der Station an den gleichen Symptomen sterben, weiß sie: das ist gefährlich. Und so setzt sie alles daran, das Schlimmste zu verhindern. Leider nimmt man sie kein bisschen ernst…

Das Virus, das schnell zu einer weltweiten Pandemie wird, befällt nur Männer und tötet diese in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage. Nur etwa 10% der männlichen Bevölkerung sind immun. Die Autorin Christina Sweeney-Baird erzählt aus verschiedenen Perspektiven die Auswirkungen, Ereignisse und Entwicklungen dieser Pandemie. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahre.

Das Buch ist ein absoluter Pageturner. Die Geschichten und Erfahrungen der Protagonist*innen sind spannend und herzzerreißend. Ich persönlich hätte mir weniger und dafür tiefergehende Perspektiven gewünscht. Auch waren es für mein Mamaherz ein bisschen zu viele auseinander gerissene Familien und tote Söhne und das ging schon ordentlich ans Eingemachte. So wenig ich die meisten Männer auf dieser Welt mag, so sehr liebe ich eben auch die, mit denen ich mein Leben teile. Da blieben die Augen zwischendurch nicht trocken.

Die Übersetzung von Carola Fischer wird dem Text absolut gerecht und liest sich flüssig und gut.

Dass die Autorin den Roman bereits 2018 geschrieben hat, machte die Geschichte vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie noch ein bisschen interessanter. Viele der Maßnahmen, die uns vor März 2020 noch absurd vorgekommen wären, spielen auch hier eine wichtige Rolle.

Die andere Hälfte der Welt ist ein spannender Roman, der fesselt und schockiert; dabei leicht und unterhaltsam zu lesen ist, wenngleich er zwischendurch stark an die emotionale Substanz geht. Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Kennst du den Roman? Wie hat er dir gefallen?

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