Ferdinand von Schirach – Der Fall Collini

Ach Schirach, du Meister!

Der Gute konnte mich glücklicherweise aus meiner Leseflaute befreien! Lange habe ich mich an einem Buch abgemüht, das ich so gern mögen wollte und dessen Sprache mir gefiel, das mich aber letztendlich einfach nicht packen konnte. Vielleicht war es einfach nicht die richtige Zeit.


Also griff ich erneut zu einem Schirach und wurde nicht enttäuscht (nicht überraschend). Der Fall Collini ist, im Gegensatz zu den Erzählbänden, die ich bisher gelesen habe, ein Roman.
Ein Mann geht eines Tages in ein Hotelzimmer und ermordet dort den über 80-jährigen Hans Meyer. Danach ruft er selbst die Polizei und lässt sich abführen. Zu seinem Motiv schweigt er konsequent. Dieser Mann ist Herr Collini. Dessen Anwalt, der Protagonist, den wir als Leser*in primär begleiten, bemüht sich nun in seinem ersten Schwurgerichtsfall, eine möglichst milde Strafe für seinen Klienten zu erwirken und setzt alles daran, das Motiv für die Tat ans Licht zu bringen.

Was lässt einen vollkommen normalen und gesetzestreuen Mann zum Mörder werden? Wieso lässt man sich über 60 Jahre nichts zu Schulden kommen, um dann einen anderen Menschen hinzurichten?


Schirach beweist hier, dass er nicht nur Kurzgeschichten kann.
Ebenso wie seine anderen Texte, ist dieser Roman meisterlich erzählt und vermag auf knapp 200 Seiten so viel zu sagen! Ich bekenne mich: Ich bin ein Schirach-Fangirl. Carl Tohrberg ist schon vorbestellt, auf dass meine Schirach-Reise alsbald weitergehen kann!

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