Yangsze Choo – Nachttiger

Lieben Dank an den Wunderraum Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Den ganzen bisherigen Februar habe ich mit Nachttiger von Yangsze Choo in der Übersetzung von Heike Reissig und Stefanie Schäfer verbracht.
Dass es so lange dauerte lag nicht an den knapp 600 Seiten sondern leider daran, dass ich mich immer wieder zum Weiterlesen überreden musste.

Darum geht’s:
Malaya in den beginnenden 1930er Jahren. Ren ist elf und Houseboy bei einem englischen Arzt. Als dieser stirbt, muss Ren ihm versprechen, dessen amputierten Finger wiederzufinden und in sein Grab zu legen, damit seine Seele Ruhe finden kann.
Die junge Ji Lin findet derweil während ihrer heimlichen Arbeit in einer Tanzhalle einen abgetrennten Finger und bittet ihren Zwillingsbruder Shin, ihr beim Lösen des Rätsels um das Körperteil zu helfen. Alle drei, Ren, Ji Lin und Shin sind durch die Symbolik ihrer Namen miteinander verbunden und ihre Schicksale miteinander verwoben. Aber nicht nur die drei sind verbunden und bald sehen sie alle sich mit mysteriösen und geheimnisvollen Todesfällen konfrontiert…

Ich weiß, ich bin jetzt wieder die Partypooperin in der Buchbloggerwelt , denn die wenigen Rezensionen, die ich gelesen habe, fielen ziemlich einhellig positiv aus.
ABER: Ich mochte es nicht besonders. Die Story war soweit spannend und hätte echt was werden können (mal abgesehen von der Beziehungsentwicklung zum Ende hin, die ich einfach nur lächerlich fand), aber sprachlich war das für mich nix.
Das kann natürlich an der Übersetzung liegen, allerdings sind mir auch diverse Wiederholungen negativ aufgestoßen. Ja okay, Zahlen- und Namenssymbolik, habe ich auch bei der ersten Erklärung verstanden. Bei der fünften hatte ich nur noch das Gefühl, mir soll es möglichst ins Gesicht gerieben werden, damit die Symbole auch ja verstanden werden.
Auch das Frauenbild und die Tatsache, dass sich Ji Lins ganzes Leben darum zu drehen scheint, was welcher Mann jetzt gerade über sie denkt, war… nun ja… mir fällt leider kein anderes Wort ein: ätzend.

Ja, es sind die 30er. Ja, es spielt in einem sehr konservativen und patriarchalen Kulturkreis und mag daher vielleicht realistisch sein. Das ändert nur leider nichts an der Tatsache, dass ich schlicht keine Freude daran habe, immer und immer wieder zu lesen, dass sie eigentlich heiraten müsste, aber nur den einen liebt, der aber eine andere hat und sie dann irgendwann doch einen anderen liebt, der sie immer geliebt hat und überhaupt.
Btw: sollte das am Ende romantisch sein? Mal abgesehen davon, dass ich das wirklich, wirklich abgedroschen und vorhersehbar fand, war dieser Typ einfach NUR NUR übergriffig und diese Romanze in meinen Augen ein Paradebeispiel für toxische Beziehungen.
So. Genug gemotzt.
An alle, die es auch gelesen haben: bitte was fandet ihr daran so toll? Klärt mich auf!

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.