Sarah Schmidt – Seht, was ich getan habe

Was liebe ich fast genau so sehr wie lesen?
TRUE CRIME!
Ich kann mir stundenlang Podcasts anhören und Dokumentationen ansehen über echte Kriminalfälle und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es mir da auch nicht zu brutal zugehen kann.

Nachdem ich an „Seht, was ich getan habe“ von Sarah Schmidt, in der Übersetzung von Pociao, mehrmals vorbeilief, obwohl mich das Cover ansprach, griff ich nun doch dazu, als ich erfuhr, dass der Inhalt auf einer wahren Begebenheit beruht.

Am 04. August 1892 findet Lizzie Borden ihren Vater grausam ermordet im heimischen Wohnzimmer vor. Wenig später wird auch Lizzies Stiefmutter erschlagen im Gästezimmer aufgefunden. Verdächtige gibt es einige: das Verhältnis zwischen Lizzie, ihrer Schwester Emma und ihrem Vater und dessen Frau war ebenso schwierig, wie das des irischen Hausmädchens Bridget zu den ermordeten. Außerdem ist zum Zeitpunkt der Morde auch ein Onkel der Mädchen als Gast im Haus, ein Bruder der verstorbenen ersten Frau des Hausherrn.
Bis heute ist der Doppelmord von Fall River, Massachusetts nicht vollständig aufgeklärt.

Lizzie Borden wurde in einem Verfahren von damals freigesprochen, weil das Gericht zu dem Schluss kam, dass „Frauen so grausame Taten nicht begehen“ würden.


Aus den Perspektiven Lizzies, Emmas, des Hausmädchens und einer weiteren etwas ominösen Gestalt erzählt die Autorin eine Version der Ereignisse. Der Roman ist unheimlich atmosphärisch und düster, sodass er einen als unsichtbaren Beobachter direkt an den Tatort versetzt. Auch sprachlich fand ich das Ganze schön umgesetzt und ich bin in zwei Tagen durch die knapp 400 Seiten geflogen.


Am Ende ließ mich das Buch jedoch wie alle „Cold Cases“ zurück: irgendwie unbefriedigt…

Was für Romanumsetzungen wahrer Verbrechen könnt ihr empfehlen?

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