Franzi von Kempis – Anleitung zum Widerspruch

Die Autorin Franzi von Kempis gibt in ihrem Buch Anleitung zum Widerspruch genau das:
Hilfestellungen,um in Diskussionen mit Frauenfeind*innen, Faschos (sollte man die Kuzform gendern? Wenn ja, wie?), Impfgegner*innen und anderen beratungsresistenten Personen nicht mehr sprach- und fassungslos dazustehen.

In verschiedenen Kapiteln (Klimawandelleugner*innen, Antisemit*innen, Verschwörungstheoretiker*innen, Islamfeind*innen, Sexist*innen und Feind*innen von Geflüchteten) stellt sie nicht nur deren Ansichten und „Argumente“ dar, sondern demontiert sie auch und zeigt, welche Gegenargumente warum sinnvoll sind.


Was mir dabei sehr gut gefallen hat, war das einleitende Kapitel zu Diskussionspsychologie, dass unter anderem zeigt, wie verschiedene Taktiken in Debatten funktionieren – oder eben auch nicht.
Dadurch, dass es als Nachschlagewerk in akuten Situationen funktionieren soll, hat sich aber im Laufe des Textes sehr vieles wiederholt, was in der entsprechenden Situation sicher nützlich ist, beim fließenden Lesen allerdings störte.

Auch vom Lektorat war ich ehrlich gesagt unbegeistert. Neben diversen fehlenden Buchstaben und Rechtschreibfehlern, nützt es jemandem, der den Begriff „Progrome“ nicht kennt, irgendwie nicht, wenn dieser erst nach der ca. zehnten Verwendung durch einen Einschub in Klammern erklärt wird.

Ich fand das Buch dennoch interessant und konnte viel daraus lernen. Besonders, was die Funktionsweise des Antisemitismus betrifft, hat es mich bereichert und mir war teilweise ehrlich nicht klar, was für abgefahrenes Zeug manch einer ernsthaft glaubt.
Aber genau an dieser Stelle liegt auch mein persönliches „Problem“:
Ich KANN nicht mit Menschen diskutieren, deren Weltbild derartig aufgebaut ist.


Den Mund auf machen und widersprechen, vor allem für Menschen, die mithören oder -lesen, das geht noch, aber ernsthaft diskutieren? Nein.
Dieses „den Mund auf machen“ kann aber nun mal schon helfen.
Das betont auch die Autorin mehrfach und sie sagt auch, dass der Anspruch nicht sein kann, die Meinung des Gegenübers zu ändern.
Das wird nämlich leider in den allermeisten Fällen ohnehin nicht funktionieren.

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