Joachim Meyerhoff – Amerika (Alle Toten fliegen hoch)

Ein letztes Buch habe ich noch im August beenden können.

Wenn ihr mich fragen würdet, in welches Land ich auf gar keinen Fall reisen möchte, dann würde ich heute (unter anderem, aber ganz weit vorne) „USA“ antworten. Die Reise des Lyrischen-ichs in Joachim Meyerhoffs Auftaktband der Alle Toten fliegen hoch-Reihe geht aber genau dorthin, allerdings erzählt er rückblickend über die Mitte der 80er-Jahre.
Amerika erzählt von einem Austauschjahr im ländlichen Wyoming und vom Weg dorthin. Von Heim- und Fernweh. Von Basketball und Erdbeerschnaps. Von Brieffreundschaften mit Todeszelleninsassen und Liebesbriefen aus der Heimat. Von leiblichen Brüdern, Geschwisterliebe und von unliebsamen Gastbrüdern, mit denen man einfach nicht warm wird.

Ich mochte die Sprache, ich mochte die episodenhafte Erzählweise Meyerhoffs und die Geschichten, an denen er mich teilhaben ließ.
Ich habe dieses Buch wirklich gerne gelesen, denn es erzählt mitten aus dem Leben mit seinen kleinen und großen Absurditäten und den Menschen, die einem begegnen und einen über kürzere oder längere Wege begleiten. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich jetzt mehr über Wyoming weiß, als zu jedem anderen Zeitpunkt meines Lebens (Spoiler: es ist immer noch nicht viel).

Eine Niederlage ist immerhin auch ein Erlebnis. Vielleicht ist es sogar spannender, an unbekannten Orten Niederlagen zu erleiden, als an den bekannten Orten Erfolge zu feiern.

S. 62 f

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