Bernardine Evaristo – Mädchen, Frau etc.

Wow. Was für ein Buch, was für ein Text, was für Protagonist*innen und was für eine tolle Übersetzung von Tanja Handels! Während des aktuellen Black History Month ist dieses Buch derzeit in aller Munde (und täglich in meiner Instagram-Timeline zu sehen) und das, wie ich jetzt bestätigen kann, vollkommen zu Recht.

Bernardine Evaristo erzählt in Mädchen, Frau etc. zwölf Lebensgeschichten, die sowohl untereinander als auch durch eine Rahmenhandlung mal mehr, mal weniger eng miteinander verbunden sind. Zwölf Leben von Bpoc Frauen und non-binary Personen, die kaum unterschiedlicher sein könnten.
Während wir in der Regel mit einem sehr klischeehaften und eindimensionalen Bild der „schwarzen Frau“ sozialisiert werden, zeigt Evaristo uns eine Diversität auf, wie ich sie selten innerhalb eines Romans erlebt habe.

Mutterschaft und Mutter-Tochter-Beziehungen werden betrachtet, unterschiedliche Strömungen des Feminismus, toxische Beziehungen, gesellschaftliche Entwicklungen und Generationenkonflikte. Dieses Buch ist an Facettenreichtum kaum zu überbieten. Ich bin hin und weg, denn die Vielfalt der Perspektiven, die unglaublich authentischen Charaktere und deren Geschichten sowie die jeweils absolut treffend formulierte Sprache hat mich in ihren Bann gezogen, begeistert und sprachlos zurück gelassen. Evaristos Figuren und ihre Geschichten werden noch lange nachhallen.

Nachdem ich nun direkt hintereinander mit Cho Nam-Yoos Kim Jiyoung, geboren 1982 und diesem Roman von Bernardine Evaristo zwei große Highlights gelesen habe, werden es die Bücher in nächster Zeit wohl nicht ganz leicht haben, denn diese beiden haben die Messlatte wirklich enorm hoch gelegt.

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