Rebecca Buxton & Lisa Whiting (Hrsg.) – Philosophinnen

Random Fact about me:
Ich habe im Bachelor im Nebenfach Philosophie studiert.
Nicht ganz so random und egal ist mir dabei die Tatsache, dass weder in meinem Studium noch zuvor im Philosophieunterricht in der Schule auch nur ein einziges Mal der Name einer Frau auf dem Lehrplan stand.
Mit Namen wie Kant, Hobbes, Hegel usw. kann in der Regel jede*r etwas anfangen, der sich mal fünf Minuten für Philosophie interessiert hat, aber wer waren Ban Zhao, Mary Midgley und Elisabeth Anscombe was haben Edith Stein, Hannah Arendt oder Iris Murdoch geschrieben und wieso haben Sophie Bosede Oluwole und Azizah Y. al-Hibri völlig neue philosophische Ansätze formuliert?

In Philosophinnen, herausgegeben von Rebecca Buxton und Lisa Whiting, erschienen im Mairisch Verlag, schreiben kluge Frauen über andere kluge Frauen. In 20 Essays werden bedeutende Namen der Philosophgeschichte vorgestellt, die man teilweise schon mal gehört hat oder die, wie im Falle von Simone de Beauvoir, sogar recht bekannt sind, deren Wirken jedoch immer unterschätzt wird. Als Leser*in reisen wir dabei zwischen Diotima um 400 v.C. bis zu Anita L. Allen, die 1953 geboren wurde, durch die Zeit.

Die Texte, das Wirken und die Geschichten über diese Frauen haben meinen Horizont derartig erweitert und mich so ungemein bereichert, dass ich es jetzt einfach direkt noch einmal lese. Diesmal gemeinsam mit meinen Leseladies und einem Textmarker in der Hand, um all die Anreize, Inspirationen und künftigen Lektüren zu unterstreichen, die einem dieses Buch mit an die Hand gibt.
Und während man in der Regel davon ausgeht, dass Philosophen weltfremd und abgehoben seien, gibt Hypatia (ca. 350-415) uns Frauen alltagstaugliche und praxisorientierte Tipps gegen aufdringliche Verehrer an die Hand, denn als sie sich einmal von einem solchen bedrängt fühlte, zog sie

ein mit Menstruationsblut verschmiertes Tuch hervor, das sie dem jungen Mann unter die Nase hielt und […] erklärte [ihm], dass es nur ihre Lust sei, die er begehre, und diese sei in ihrer Schönheit nicht annähernd vergleichbar mit ihrem Intellekt und dem Wunder der Philosophie.

S. 33.

Hat wohl funktioniert. You go, Girls!

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass dieses Buch Schüler:innen und Student:innen der und Lehrer:innen und Profesor:innen für Philosophie in die Hände fällt, damit die Geschichte umgeschrieben und die Unsichtbarmachung von Frauen in allen (Geistes-)Wissenschaften umgekehrt werden kann; damit all diesen großen Frauen die Anerkennung zu Teil wird, die sie verdienen!

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