Ansage zu Kooperationen

Keine Rezension.
Mal was Allgemeines.

Das hier sollte meine erste Kooperation werden.
Ich hatte zwar bereits Anfragen, habe die aber bisher nicht angenommen, weil ich nicht für Dinge, Verlage oder Bücher werben möchte, hinter denen ich nicht stehe. Wenn mir dann also ein Verlag ein Angebot macht, der Bücher von einem gewissen Herrn Bhakdi publiziert und eine „überwiegend positive Besprechung“ fordert, lehne ich das ab. Geld hin oder her.

In dem hier geschilderten Fall habe ich zugesagt, denn es war wunderbar: man bot mir an, mir das neue Buch von Leïla Slimani zukommen zu lassen, deren Bücher ich bisher alle sehr mochte. Ich sollte es lesen und rezensieren und für meine Werbung mit einem zuvor festgelegten Betrag entlohnt werden. Natürlich habe ich da zugesagt.

Der Haken: nach 100 Seiten musste ich mir eingestehen, dass mir das Buch so gar nicht zusagte. Ich fand überhaupt nicht in die Geschichte, ich konnte mit den Figuren nichts anfangen, ich langweilte mich.
Also kontaktierte ich die Person, die mit mir die Kooperation vereinbart hatte und fragte, wie wir damit nun umgehen sollten.
Ich könne das handhaben, wie ich möchte, meine Vergütung könne ich selbstverständlich trotzdem geltend machen.

Warum erzähle ich das?
Die Diskussion um Kooperationen und die daraus resultierende in Frage gestellte Authentizität der Rezensionen sind wahrscheinlich so alt wie Bookstagram und das „Problem“ wird in Zukunft sicher eher größer werden. Es muss aber gar kein Problem sein, denn seriöse Kooperationspartner verlangen keine Werbung auf Kosten eurer Authentizität.

Natürlich kann es sein, dass ich wieder eine Kooperation annehme.Natürlich kann es sein, dass mir das Buch gefällt, ich es bewerbe und dafür Geld bekomme.
Es kann und wird aber nicht passieren, dass ich euch für Geld erzähle, ich hätte ein Buch gemocht, das ich doof fand.

In diesem speziellen Fall werde ich auf das Geld verzichten, denn ich möchte das Buch nicht zu Ende lesen, nur um dann eine kritische Rezension zu verfassen und Geld zu kassieren. Was nämlich auch nie passieren wird: dass ich euch eine Rezension zu einem Buch präsentiere, das ich nicht vollständig gelesen habe!

Ich möchte mich ganz herzlich beim @luchterhand_verlag und Evelyn @bookbroker für die nette Zusammenarbeit und den freundlichen Kontakt bedanken. Ich schätze eure Arbeit sehr und hoffe, dass ich das nächste Buch aus eurem Hause wieder wie gewohnt von Herzen abfeiern kann.
Was ich abschließend unbedingt noch loswerden möchte: „Das Land der Anderen“ von Leïla Slimani ist mit Sicherheit für viele, viele Menschen ein wunderbarer Familienroman. Die Autorin erzählt die Geschichte ihrer eigenen Familie und es steht mir schlicht nicht zu, darüber zu urteilen, ob dies eine gute oder schlechte Geschichte ist. Ich wünsche selbstverständlich allen, die zu diesem Roman greifen, dass er ihnen gefällt und dass er sie bereichert.

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