Carolin Kebekus – Es kann nur eine geben

Wer Analverkehr für Sünde hält, der hatte noch nie gutes Gleitgel.

S. 201.

Jetzt wo ich eure Aufmerksamkeit habe: herzlich Willkommen zu meiner Rezension!
Ich habe Es kann nur eine geben von @carokebelin aus dem @kiwi_verlag gelesen und dabei Tränen gelacht.


Frau Kebekus zeigt in ihrem Buch, wie uns das Patriarchat seit Jahr und Tag weißzumachen versucht, dass neben all den ach so tollen Typen immer nur Platz für eine einzige Frau ist und wie es uns so dazu bringt, uns gegenseitig Beine zu stellen und Steine in den Weg zu legen. Denn natürlich wollen wir alle DIE EINE, die Auserwählte sein. Maria, Schlumpfine, Skye aus Paw Patrol, jede X-beliebige Märchenprinzessin und, ja, auch meine heiß und innig geliebte Pippi Langstrumpf sind nur ein paar der Beispiele, anhand derer Kebekus unser Weltbild auseinander nimmt – und verdammt nochmal: sie hat mich kalt erwischt.

Wir alle sind so aufgewachsen und haben unbewusst verinnerlicht, dass es an der Spitze und eigentlich auch überall sonst immer nur Platz für EINE Frau gibt. Und jetzt müssen wir lernen, dass das patriarchaler Unfug ist, der (unter anderem) auf dem Mist der katholischen Kirche gewachsen ist (die in dem Buch nebenbei bemerkt auch komplett zerlegt wird) und endlich anfangen, uns gegenseitig zu helfen und den Raum einzunehmen, der da ist.

Es kann nur eine geben erfindet das feministische Rad sicher nicht neu und wer mit der Nase schon etwas tiefer in der Thematik steckt, wird wahrscheinlich nicht viel neues lernen – dafür aber endlich einmal hart und dreckig über all den Mist lachen können. Die Autorin hat außerdem hervorragend recherchiert und einen wunderbaren Querschnitt durch feministische Diskurse geschaffen. Dadurch und durch ihren herausragenden Witz ist das Buch ein perfekter Einstieg in die Thematik, mit dem man eventuell auch Skeptiker überzeugen kann.

Absoluter Servicetipp: Hört das Hörbuch! Das hat Carolin Kebekus nämlich auf ihre absolut unverwechselbare Art selber eingesprochen und ich liebe alles daran!

Solange Frauen nicht in allen Belangen unserer Gesellschaft mitentscheiden dürfen, solange kann es keine richtige Gleichberechtigung geben. Diese Entwicklung ist in meinen Augen nicht mehr zu stoppen. Und nur wenn Frauen mitentscheiden, entscheiden sie auch im Sinne von Frauen. Dann gibt es bessere Bedingungen für Familien, von denen letztendlich auch Männer profitieren.

S. 317.

Ein mini-klitzekleiner-Meckerpunkt: die Darstellung von Männern und Frauen war mir etwas zu plakativ und klischeehaft. Ich schiebe das auf eine bewusste und absichtliche Überspitzung, die dem Witz dient. Und es funktioniert halt. Ich hab selten beim Lesen so gelacht.
Das Buch habe ich mir übrigens selbst gekauft. Im örtlichen Buchhandel, wie es sich gehört.
Habt ihr das Buch gelesen oder das Hörbuch gehört? Worüber habt ihr am meisten gelacht? Gab es Fakten, die euch überrascht haben oder Dinge, die ihr noch nicht wusstet?

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