Penelope Douglas – Punk 57

Ich habe also Punk57 von Penelope Douglas gelesen, aus dem Amerikanischen von Christina Kagerer, die „TikTok Sensation“, wie es gleich zwei mal auf dem Cover heißt.

Der Einstieg in den Plot ist schnell erzählt: Misha und Ryen sind seit ein paar Jahren Brieffreund*innen und erzählen sich alles. Obwohl sie nicht weit voneinander entfernt leben, sind sie sich noch nie begegnet und so soll es eigentlich auch bleiben, denn ihre Beziehung ist perfekt, so wie sie ist. Durch einen Zufall passiert aber genau das doch und Misha, der weiß, wer da vor ihm steht, während Ryen keine Ahnung hat, muss feststellen, dass sie so ganz anders ist, als sie sich in ihren Briefen dargestellt hat. Ihre Wege kreuzen sich erneut, als er inkognito auf ihre Schule wechselt, denn er hat etwas wichtiges zu erledigen. Ryen kommt ihm dabei immer wieder in die Quere und so sehr er sie auch hasst und so groß seine Wut und Enttäuschung auch ist: er stellt immer mehr fest, dass die Version von ihr, die er so liebt, irgendwo in ihr steckt…

Anhand des Klappentextes hatte ich so eine Art Pretty Little Liars-mäßigen Teenie-Thriller erwartet. Ca 150 Seiten lang kam das auch einigermaßen hin, dann wurde das Ganze eher zu einem billig produzierten Porno mit sehr unangenehm geschilderten Sex-Szenen. Was ich sagen kann: es wird ziemlich viel in Körperöffnungen „eingedrungen“ und er tut das auch wiederholt „tiefer“. Da fragt man sich irgendwann schon, wohin er denn noch will und ob er nicht vielleicht zum Mund wieder raus kommen müsste…?
Außerdem werden gruselig toxische Besitzansprüche reproduziert, die die Herren der Schöpfung an Ryen stellen, die ein wirklich „scharfes, kleines Ding“ ist – „Aber nur für mich, verstanden?“ (S. 231).
Achso und „[w]enn das mein Mädchen wäre, hätte sie jetzt eine Woche lang einen roten Hintern.“ S. 296. Wait, what?

Ebenso wie super creepy Sexszenen, in denen Consent eine Nebenrolle spielt, Male-Gaze aber dafür in roten Großbuchstaben quer über die Seite brüllt. Mein gut gemeinter Rat an euch: lest dieses Schund nicht, es macht weder Spaß noch ist es sprachlich in irgendeiner Form unterhaltsam oder hält auch nur wenigstens das, was der Klappentext verspricht. Mein persönliches bisheriges Lowlight des Lesejahres und wenn ich Sterne vergeben würde, würde ich mich schwer tun, hier auch nur einen einzigen zu verteilen.

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