Katja Lewina – Sie hat Bock

Lange stand es auf meiner Liste, endlich habe ich es gelesen:
„Sie hat Bock“ von Katja Lewina, in dem die Autorin weibliche Lust und weiblichen Sex wirklich ganz genau unter die Lupe nimmt, ohne dabei auch nur das kleinste Blatt vor den Mund zu nehmen.

Angefangen bei all den obskuren Bezeichnungen, die wir für die primären weiblichen Geschlechtsmerkmale so haben und nicht haben (und die natürlich allesamt von Männern in die Welt gerufen wurden), über die (Nicht-)Repräsentation weiblicher Lust in der Öffentlichkeit, gesellschaftliche Vorstellungen, Erwartungen und Zwänge an Frauen und ihren Sex und Rape-Culture, bis hin zu Schönheitsidealen von und -operationen an Vaginas und Vulven, der Problematik an Pornos (Spoiler: es ist nicht ihr Konsum!), Selbstbefriedigung, Sextoys und Schambehaarung widmet sich Lewina in kurzen, persönlichen und zumeist außerordentlich unterhaltsamen Texten quasi jedem erdenklichen Thema rund um unser „Untenrum“.

„Hätte ich als Teenagerin doch nur dieses Buch und nicht Bravo, Bravo Girl, Mädchen und Konsorten gelesen, die mir die ganze patriarchatsgestützte Grütze ins Hirn gepflanzt haben!“ – Das dürfte meine primären Gedanken beim Lesen ganz gut widerspiegeln.
Ein paar mal bin ich über die „derbe“ Ausdrucksweise gestolpert und ertappte mich bei der Frage, ob das sein müsse, ob man das nicht eleganter hätte ausdrücken können.
Hab es mir dann selbst beantwortet: Kann man schon, muss man aber halt auch einfach so gar nicht und wäre es ein männlicher Autor, hätte ich mir diese Frage vielleicht gar nicht gestellt.
Danke, Patriarchat! Q.e.d.

Bitte verschenkt dieses Buch an alle nicht zart besaiteten Mädels und Jungs ab 16! Bitte lasst uns all das normalisieren, denn „Überraschung! Frauen wollen auch ficken.“Und wenn nicht, ist das verdammt nochmal auch einfach okay!

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