George Orwell – Farm der Tiere

Die Geschöpfe draußen sahen von Schwein zu Mensch, von Mensch zu Schwein und wieder von Schwein zu Mensch, aber es ließ sich schon nicht mehr sagen, wer was war.

S. 127 f.

Mein letztes Märzbuch war George Orwells Meisterwerk Farm der Tiere, das ich zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal gelesen habe.
Ich musste mir die sagenhaft schöne Ausgabe und Neuübersetzung (von Ulrich Blumenbach) aus dem Manesse Verlag zulegen, die neben dem Text selbst auch den Essay Die Pressefreiheit und das Vorwort zur ukrainischen Ausgabe von 1947 von Orwell selbst, sowie ein Nachwort von Eva Menasse enthält.

Die Tiere auf Mr. Jones‘ Herrenfarm fühlen sich zunehmend unwohl und schlecht behandelt. Das Schwein Old Major hält eine Rede über die Möglichkeit einer Revolution und diese Idee setzt sich in den Köpfen der Tiere fest. Als Old Major stirbt, kommt es zum Umsturz. Die Tiere rebellieren, verjagen die Menschen von der Farm und verteidigen sie erfolgreich gegen Rückeroberungsversuche. Sie stellen ihre eigenen Regeln und Gebote auf, nach denen sie leben möchten. Bald ergibt sich eine Hierarchie, in der die Schweine die organisatorischen Aufgaben übernehmen und alle anderen Tiere hart arbeiten lassen. Zunächst erscheint eine Aufteilung logisch und sinnvoll, aber nach und nach entsteht der Eindruck, dass die Schweine die Gesetze verändern, um ihr eigenes Leben möglichst bequem zu gestalten, bis es zuletzt nur noch ein Gebot gibt:

ALLE TIERE SIND GLEICH,
ABER MANCHE TIERE SIND GLEICHER ALS ANDERE.

S. 122.


Ein fulminantes Märchen, wie es im Untertitel heißt, das zwar einen speziellen historischen Hintergrund hat, auf den es sich bezieht, das jedoch dennoch leider immer aktuell bleiben wird.
Die Überlegungen, wie Macht sich auf den einzelnen auswirkt, wie sie jemanden verändert, der sie innehat, sind zeitlos und sprachlich großartig, ja genial umgesetzt.
Ich liebe dieses Buch und kann es nur jedem ans Herz legen. Dass es ein Klassiker der Weltliteratur ist, hat definitiv Gründe und dieser Platz im Kanon erscheint mir mehr als berechtigt.
Einziger Wehrmutstropfen in dieser Ausgabe: es haben sich einige Fehler eingeschlichen, die meinen Lesefluss doch etwas gestört haben.

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