Liesl Clark & Rebecca Rockefeller – Nichts kaufen, alles haben

– Werbung da Rezensionsexemplar –

Alles zu kaufen trennt uns; nichts zu kaufen verbindet uns miteinander.

S. 25

Wer mir schon ein bisschen länger folgt weiß, dass ich mich gerne und viel mit Themen rund um Minimalismus beschäftige.
Während viele Bücher eigentlich immer nur die gleichen Tipps, Ratschläge und Weisheiten reproduzieren (Ausmisten ist nun mal ausmisten – da kann man das Rad auch nicht neu erfinden), konnte mich dieses Buch von Liesl Clark und Rebecca Rockefeller positiv überraschen.

Genau genommen geht es nämlich kein bisschen um Minimalismus, auch wenn „Nichts kaufen. Alles haben“ eine Konsumkritik ist, die sich vor allem auf Nachhaltigkeit begründet, wollen die Autorinnen klar machen: Niemand muss auf etwas verzichten – wenn wir nur mehr teilen. Denn eigentlich existiert alles, was wir brauchen bereits. Wir müssten nicht oder zumindest nur in extrem geringerem Ausmaß neue Güter produzieren, wenn nicht mehr jeder Haushalt einen Rasenmäher besäße, sondern sich zum Beispiel eine Straße, eine Nachbarschaft einen teilte.

Die Autorinnen leben auf einer Insel, auf der sie eine Schenk-Ökonomie gründeten – ein Netzwerk, in dem Menschen um Dinge bitten, die sie brauchen, die ihnen dann von anderen zur Verfügung gestellt, überlassen, geschenkt werden.
In einem 7-Schritte-Plan teilen sie ihre Erfahrungen in diesem Buch, auf dass auch wir Teil ihrer buy-nothing-Bewegung werden. Ich muss nach der Lektüre sagen: Ich hab richtig Bock!

Aussortieren und mich von Sachen trennen? Mittlerweile kein Problem mehr für mich.
Sie verschenken, nicht verkaufen, sondern einfach ohne Gegenleistung weggeben? Das fällt mir schwer, weil ich den Dingen immer noch einen Wert beimesse, den ich in Geld aufwiege. Das Buch von Clark und Rockefeller ist eine Inspiration, eine Utopie, die genau dort ansetzt und uns üben lässt, einfach loszulassen, Dinge selber herzustellen, zu geben, zu bitten und anzunehmen.

Einziger Kritikpunkt: die häufige Erwähnung des eigenen Forums und die „Geschichten“ von Mitstreiter*innen wirkten auf mich zwischenzeitlich, als hätte ich es mit einer Sekte zu tun, die mich einlullen möchte.

Enorm praktisch sind hingegen die Vorschläge und Anleitungen für Dinge, die man selber machen kann und die Auflistung von Gegenständen, deren Kauf unnötig ist, da sie leicht zu ersetzen sind. Die Autorinnen haben mit ihrem Projekt international Nachahmer*innen gefunden und auch ich habe große Lust, Teil dieser schönen Utopie zu sein. Wie auch Kleinigkeiten die Welt zu einem schöneren Ort machen, wird in diesem Buch gezeigt und ich fand das für meinen ganz eigenen Weg sehr bereichernd. Wir ziehen in zwei Monaten um und ich habe große Lust, in der neuen Nachbarschaft ein Netzwerk aufzubauen, Kleidertauschpartys zu veranstalten und dem Konsumwahnsinn entgegen zu wirken. Was würdet ihr euch gern schenken lassen? Fällt euch geben und bitten leicht?

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