Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge – Trotzdem

Das Corona-Virus hat und an eine Zeitenwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche.

Klappentext

Wenn da was neues von Schirach auf den Markt geworfen wird, ist ja klar, dass ich es haben muss. Also habe ich mir natürlich dieses kleine Büchlein besorgt.


In Trotzdem diskutieren Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge über die möglichen Folgen, die die Corona Krise für unsere Gesellschaft haben könnte – positive wie negative.
Dafür holen sie wirklich seeeehr weit aus.


Neben juristischen Exkursen mit Fragen nach der Legitimität der Einschränkungen unserer Grundrechte und Ausflügen in die Ethik, in denen u.a. moralische Problematiken der Triage besprochen werden, machen sie eine Art Zeitreise:
Von Platon geht es über den Gang nach Canossa, Montesquieu, John Locke, den Streit über die Stellung des Menschen in der Natur zwischen Voltaire und Rousseau und Thomas Hobbes‘ Idee des Staates als Leviathan bis in die Gegenwart.
Dabei zeigen sie eindrücklich, wie große gesellschaftliche Veränderungen in der Vergangenheit gewirkt und unser Denken geprägt haben.

Diese 75 kleinen Seiten sind dabei so dicht gefüllt mit Wissen und Informationen, dass es mir ein wahres Fest war. Teilweise konnte ich Wissen aus meinem Philosophiestudium reaktivieren, teilweise habe ich in zwei Sätzen hier mehr verstanden, als in einer ganzen Vorlesung damals…

Wer eine Diskussion über das Virus an sich erwartet, der wird enttäuscht werden.
Wer aber Lust hat, sich auf eine kurze Reise in die Philosophie- und Kulturgeschichte der westlichen und christlich geprägten Welt zu begeben, der ist hier richtig.
So oder so scheint eines klar zu sein:

Wir können offenbar alles, wenn Gefahr droht, das haben wir jetzt gelernt. Und warum sollten wir die Lehren nicht ins Positive wenden?

S. 74.

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