Tove Ditlevsen – Kindheit

Okay, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie oft dieses Buch nun hier und überall so besprochen wurde, aber ich konnte es dank Leihgabe der lieben @pistazieneis nun auch lesen.

Tove Ditlevsen beschreibt in Kindheit genau das, was der Titel verspricht: Sie erzählt von ihrem Aufwachsen in Kopenhagen in den 1920er Jahren. Schon damals ist es ihr größter Wunsch, Schriftstellerin zu werden, doch niemand nimmt sie und ihre Träume ernst. Für Mädchen aus diesen Verhältnissen und zu dieser Zeit, ist anderes vorgesehen. Doch Toves Wunsch ist stärker und sie ist bereit, ihre Familie, ihre wilde Freundin Ruth und Kopenhagen hinter sich zu lassen, um ihn wahr zu machen…

Hervorzuheben ist Ursel Allensteins Übersetzung, die diesen Text im Deutschen zu einem sprachlichen Hochgenuss macht. Ja, ich schließe mich all den Lobeshymnen an, die bereits auf die großartige Sprache in diesem Buch gesungen wurden. Sie ist wirklich meisterhaft und wunderschön.

Ein kleiner Wehrmutstropfen war für mich, dass ich erwartet hatte, dass mehr passiert. Tatsächlich beschränkt sich die autobiografische Erzählung auf Beschreibungen der Stadt, des Umfelds, der Familie und den Gedanken Toves. Das ist auch absolut und vollkommen in Ordnung; als ich mit dem Lesen begann, hatte ich nur eine klassische Handlung erwartet. So ist es mir etwas schwer gefallen, in den Text zu finden.

Mein zweiter Kritikpunkt wurde bereits mehrfach erwähnt: Ein 115 Seiten Text darf schon auch 18€ kosten. Wenn es sich aber um eine Trilogie handelt, deren Bände alle sehr schmal sind, finde ich das pro Buch ganz schön viel Geld. Das ist schade. Band eins konnte ich leihen, ich weiß nicht, ob ich Band zwei und drei lesen werde, denn um sie zu diesem Preis zu kaufen hat es mich dann doch nicht genug begeistert…

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